Integration (Inklusion)

Ethischer Anspruch

Die Werte, die unter dem Anspruch auf „Integration" vertreten werden, umfassen die unbedingte Bejahung des Lebenswertes allen Lebens, die Bejahung des menschlichen Grundbedürfnisses nach freier Teilhabe am sozialen Leben und deshalb auch die Aufhebung aller künstlichen Trennungen und andrerseits die Erziehung zur sozialen Akzeptanz und Solidarität. Integration heißt: Zusammenleben und Verschiedenheit und Vielfalt, das „Gleichsein" und „Anderssein" voll und ganz zu respektieren.

 

Grundgedanken einer integrativen/inklusiven Pädagogik

Unter Integration wird das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern und Jugendlichen - eben auch solchen mit Beeinträchtigungen - in einer Schule für alle verstanden. Sonderpädagogik ist dem Ziel der gesellschaftlichen Integration von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf verpflichtet. Problematisch und nicht unumstritten ist der Weg zur Erreichung dieses Zieles. Die Auffassung, soziale Integration durch schulische Separation bewirken zu können, wird fachwissenschaftlich zunehmend in Zweifel gezogen.

Inklusive Pädagogik ist ein neuer Ansatz der Pädagogik, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung der Diversität in der Bildung und Erziehung ist. Befürworter der Inklusion gehen von der Tatsache aus, dass die Heterogenität die Normalität darstellt. Sie plädieren für die Schaffung einer Schule, die die Bildungs- und Erziehungsbedürfnisse aller Schüler zu befriedigen hat. Die Trennung von Pädagogik und Sonderpädagogik müsste durch die Integration sonderpädagogischer Problemstellungen in die Allgemeine Erziehungswissenschaft überwunden werden. Gemeinsam mit anderen kann die Sonderpädagogik hier einen wichtigen Beitrag zum Gelingen einer Allgemeinen Schule leisten, die alle Menschen willkommen heißt.

Die inzwischen in Deutschland ratifizierte UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung von 2007 ist auch als Aufforderung zu verstehen, die überfällige Demokratisierung des Bildungssystems voranzubringen. Nur in einem egalitären Schulwesen, in dem jeder Schüler geachtet und wertgeschätzt wird, finden auch behinderte und beeinträchtigte Schüler ihren Platz.

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Zur Arbeit vor Ort an einer Schule mit dem Profil Inklusion